Das Märchen vom verlorenen Schatz



Es war einmal ein junger Prinz. Er hieß Prinz Erik. Bei einem Fest hatte er eine wunderschöne Prinzessin gesehen. Sie hatte getanzt. Er hatte ihr zugelächelt und sie hatte zurück gelächelt. Sie hatte ein schönes Kleid aus rosa Seide an, das mit Pailletten bestickt war.
Ein paar Tage später traf er sie mit ihrer Schwester auf der Straße. Die Prinzessin hieß Sissi und hatte einen Minirock an, weil sie eine moderne Prinzessin war und ihre Schwester Rapunzel, ging in einer karierten Hose und in einem eleganten T-Shirt. Es war aus dem gleichen Stoff, wie das Ballkleid ihrer Schwester. Er lächelte der Prinzessin Sissi wieder zu und sie lächelte auch. Das beschloss er seinen Vater zu bitten, den König zu fragen, ob er die Prinzessin heiraten dürfe.
Sein Vater hielt das für eine gute Idee. Er zog seine besten Kleider an und besuchte den König. Nachdem sie eine Weile über das Wetter gesprochen hatten, fragte der Vater des Prinzen, wie es der Prinzessin Sissi gehe. Der König sagte, sie sei eine sehr liebe Tochter. Und dann erzählte der Vater des Prinzen, dass sein Sohn bei dem großen Sommerfest die Prinzessin Sissi gesehen habe und sie ihm sehr gut gefalle. Er möchte sie gerne heiraten.
"Oh," sagte der König. Dann dachte er eine Weile nach. Schließlich sagte er: "Ich muss Deinem Sohn eine Bedingung stellen.
Ich hatte ein sehr schönes Bild von meiner Frau, die gestorben ist, als meine Töchter noch klein waren. Ich hatte es vom besten Maler meines Landes malen lassen. Es hing über meinem Bett und ich habe es sehr gern angesehen. Aber eines Tages war es weg und auch die wertvollste Kette und der Lieblingsring meiner Frau, die einmal meine Töchter erben sollten. Sogar die silberne Handtasche hatte der Dieb mitgenommen. Wenn Dein Sohn mir diese Sachen wiederbringt, kann er meine Tochter heiraten."
"Das wird nicht leicht sein", sagte der Vater des Prinzen, "aber mein Sohn ist klug und stark. Es wird ihm sicher gelingen."
Dann ging er nach Hause. Sein Sohn hatte schon voll Aufregung auf seinen Vater gewartet. Was für eine Antwort würde er bringen? Als sein Vater kam, berichtete er ihm von der Bedingung. Der Sohn aber war sicher, dass er die verlorenen Dinge wiederfinden würde.
Als erstes ging er in den Bazar, weil Diebe dort manchmal ihre Waren verkaufen. Er fand dort wunderbaren Schmuck und Edelsteine, aber keine Bilder. Er fragte die Händler, aber sie wussten nichts. Einer der Händler sagte aber zu ihm: "Geh doch zu der Wahrsagerin in den Bergen. Vielleicht weiß sie, wo die Sachen versteckt sind."



Der Prinz machte sich bald auf den Weg.
Er ging viele Stunden. Dann kam er zu einer Höhle. Vor der Höhle saß eine alte Frau. Sie sagte: "Ich wusste schon, dass Du kommen würdest." Sie war ja eine Wahrsagerin und sie wusste natürlich auch, was der Prinz wissen wollte. "Gib mir 100 Goldstücke. Das ist mein Preis". "Gut", sagte der Prinz, "aber erst, wenn ich den Schatz gefunden habe. "Ja," sagte die Wahrsagerin, "aber vergiss es nicht. Du wirst den Schatz finden, aber es ist nicht leicht. Ich kann Dir nur sagen, dass er auf einer einsamen Insel versteckt ist. Die Insel ist klein. Nur ein Baum wächst darauf und neben dem Baum steckt eine kleine Fahne in der Erde. Dort musst Du graben. Da findest Du einen großen Topf. Und dort ist das Bild, die Kette, der Ring und die Tasche. Aber wo die Insel ist, das weiß ich nicht."
Der Prinz bedankte sich. Dann bat er seinen Vater um ein gutes Schiff. Der Prinzessin Sissi schickte er einen Liebesbrief und erzählte ihr, dass er übers Meer reisen müsse, um die kleine Insel zu finden. Sie antwortete ihm auch und sagte ihm, dass sie auf ihn warten würde.
Der Prinz fuhr los. Aber im Meer gab es unzählige Inseln mit nur einem Baum. Er stieg bei jeder Insel aus und fing an zu graben, ab er fand nichts.
Eines Tages gab es einen riesigen Sturm. Das Boot lief voll Wasser und sank. Der Prinz konnte gut schwimmen, aber das Meer war riesig und irgendwann würde er keine Kraft mehr haben und in den Wellen versinken.
Die Prinzessin hatte aber ein Wunderglas. Wenn sie hineinschaute, konnte sie den Prinzen sehen. Jeden Tag hatte sie nach ihm geschaut. Jetzt erschrak sie fürchterlich, als sie ihn mit den Wellen kämpfen sah. Wenn ihm niemand half, würde er untergehen und ertrinken.
Ihre Schwester hatte aber einmal einem Delfin das Leben gerettet. Die Fischer hatten ihn in ihrem Netz gefangen und sie wollten ihn töten und essen. Aber sie hatte ihn frei gekauft und wieder ins Wasser zurückspringen lassen. Er war zahm geworden, Wenn sie schwimmen ging, kam er ans Ufer und sie durfte auf im reiten. Schnell ging sie jetzt zum Strand und rief ihren Delfin. Er kam, kaum hatte sie ihn gerufen. Sie erzählte ihm, was dem Prinzen geschehen war und bat ihn, den Prinzen zu retten. Delfine haben ein Echosystem, mit dem sie sich über weite Strecken verständigen können. So erfuhren viele Delfine von der Gefahr, in der sich der Prinz befand.



Tatsächlich fanden sie ihn gerade noch rechtzeitig, bevor er im Wasser versank. Dann brachten sie ihn auf eine kleine Insel mit nur einem Baum. Und als er aus seiner Ohnmacht aufwachte, rieb er sich die Augen. Denn da war die kleine Fahne im Sand, von der die Wahrsagerin gesprochen hatte. Er grub mit bloßen Händen und wirklich stieß er nach einer Weile auf den großen Topf und als er ihn öffnete, sah er die wunderschöne Kette, den zauberhaften Ring, die silberne Tasche und das Bild der Königin. Er freute sich riesig, dass er den Schatz gefunden hatte. Aber wie sollte er ihn nach Hause bringen. Es war viel zu weit um zu schwimmen und außerdem wäre das Bild nass geworden. Da wurde er wieder traurig. Er hatte auch nichts zu essen, außer den Blättern von dem Baum.



Aber die Prinzessin konnte in ihrem Wunderglas alles sehen. Sie bat ihren Vater ein neues Schiff auszuschicken, um den Prinzen abzuholen. Das Schiff wurde bald von vielen Delfinen umringt und die Seeleute verstanden, dass die Delfine ihnen den Weg zeigen wollten. So kamen sie zu der Insel. Der Prinz hatte das Schiff schon lange kommen sehen. Er winkte und winkte und tatsächlich es kam auf ihn zu. Es legte an und holte ihn ab.
Als er am Ufer landete stand da schon die Prinzessin und der König. Der Prinz heiratete die Prinzessin und der König hatte das schöne Bild seiner Königin wieder. Die Kette schenkte er seiner ältesten Tochter und den Ring seiner jüngeren Tochter und die silberne Tasche bekam ihre Tante.



Nachdem Prinzessin Sissi mit ihrem Prinzen weggezogen war, fühlte sich ihre Schwester sehr einsam. Eines Tages ging sie an den Strand. Da kam ihr Freund der Delfin. Sie erzählte ihm, dass sie traurig war. Da sagte der Delfin:" ich bin auch traurig". Und als er aus dem Wasser hoch sprang, wusste man nicht ob Wassertropfen oder Tränen ins Wasser fielen. "Warum bist Du traurig," wollte die Prinzessin Rapunzel wissen. Da erzählte der Delfin: "Ich war auch einmal ein Prinz. Eine böse Hexe hat mich in einen Delfin verzaubert und niemand weiß, wie ich wieder erlöst werden kann. Die Prinzessin hatte Mitleid mit ihm und streichelte mit der Hand über seinen Rücken. Dabei berührte der Ring ihrer Mutter, der in der Schatztruhe war, und den ihr Vater ihr geschenkt hatte, die Haut des Delfins. Niemand hatte gewusst, dass es ein Zauberring war. Aber jetzt zeigte es sich. Kaum hatte der Ring den Delfin berührt, wurde er in einen Menschen zurückverwandelt. Er war sehr liebenswürdig und er gefiel der Prinzessin Rapunzel und auch ihrem Vater, dem König. Also wurde bald wieder eine große Hochzeit gefeiert und die Prinzessin Sissi kam mit ihrem Mann auch zu dem Fest.



So waren alle glücklich.
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