Fotoworkshop mit geflüchteten Jugendlichen

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Jeden Mittwoch Nachmittag führen wir in unserem Projektraum am Luise-Kiesselbach-Platz 2 einen Fotografie-Workshop für jugendliche Flüchtlinge durch. Es nehmen  ca. 7-15 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) oder junge Erwachsene teil. Neben den neuen Räumlichkeiten der Kunstwerkstatt am Luise-Kiesselbach-Platz findet das Angebot an verschieden Jugendhilfeeinrichtungen oder Unterkünften im Stadtgebiet statt.

Bei unserem Fotoworkshop handelt es sich nicht um eine technisch – qualifizierende Maßnahme. Vielmehr soll das Medium Fotografie als Orientierungsinstrument vermittelt werden. So war sehr schnell klar, dass eine abwechslungsreiche Gestaltung der Projekttage wichtig ist.

Im Großen und Ganzen arbeiten wir mit folgenden Methoden, die alle niedrigschwellig und ohne bzw. wenigen Sprachkenntnissen funktionieren:

Portrait- und Studiosessions (auch draußen) bei denen unsere Teilnehmer die Möglichkeit haben sich mit professioneller Studiotechnik gegenseitig zu portraitieren und inszenieren. Das Ergebnis geben wir am selben Tag in gedruckter und digitaler Form weiter. Diese Aktionen fördern die Kommunikationsfähigkeit, benötigen Teamwork für die Technik und bringen außerdem jede Menge Spaß.

City Walks: Immer wieder sind wir erstaunt, wie wenig unsere Teilnehmer die neue Stadt kennen in der sie oftmals schon wochenlang leben. Es hat sich herausgestellt dass Fotoworkshop einen idealen Rahmen bietet sich den Stadtraum ‚anzueignen’ und den Richtigen ‚Vorwand’ bietet die nähere Umgebung kennen zu lernen. Ein spannender Nebeneffekt: Teilnehmer mit hochwertigen Kameras um den Hals werden in der öffentlichen Wahrnehmung in der Innenstadt und an Touristenattraktionen von Flüchtlingen zu Touristen.

Förderung der Medienkompetenz:

Angesichts der allgegenwärtigen Präsenz von Social Media legen wir Wert darauf unsere TeilnehmerInnen für einen bewussten Umgang mit Facebook, Instagram und Co zu sensibilisieren. Dabei geht es zum einen um eine kritische Rezeption von Inhalten und zum anderen Achtsamkeit dafür zu schärfen, welcher eigene Content online gestellt wird. Dies geschieht im Austausch untereinander. Außerdem bietet die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie die Möglichkeit eigene Fotos auf ein professionelleres Level zu heben.

Ausstellungsbesuche und Exkursionen:

Zwei Fotoausstellungsbesuche waren 2017 besonders inspirierend in Erinnerung geblieben: 100 Jahre Leica und die Ostkreuz Ausstellung zeigten unterschiedlichste Positionen der dokumentarischen Fotografie und boten die Basis für spannende Diskussionen mit unseren Teilnehmern.

Analoge Fotografie:

Die ‚alten‘ Techniken werden wieder zunehmend interessant, auf 35 mm Schwarzweissfilm fotografierte Bilder können wir auch in unserem Labor professionell verarbeiten.

Die Langsamkeit dieser Bilder üben eine ganz besondere Anziehungskraft auf unsere Teilnehmer aus (die nun oft zu einer Generation gehören, welche aus eigener Erfahrung oft nur noch digitale Methoden der Bilderstellung kennt). Dieses Arbeiten fördert die Konzentrationsfähigkeit und das mediale Reflektionsverhalten unserer Teilnehmer.

Durchlässige, ganzheitliche Angebote:

Seit letztem Jahr gelang es zunehmend unsere Gruppe thematisch zu öffnen und zB. bei Bedarf Musikschwerpunkte zu setzen. Außerdem gab es regen Austausch zur Mediengruppe und dem Kino Asyl Projekt. Dadurch wird den unterschiedlichen Interessenfeldern der Jugendlichen Rechnung getragen. Außerdem gelingt es seit diesem Jahr (zum ersten Mal!) langfristig junge Frauen und Mädchen für dieses Angebot zu begeistern.

Gewährleistet wird dies durch breitere fachliche und personelle Aufstellung in der Gruppenleitung, so hat es sich als absolut bedarfsgerecht und sinnvoll erwiesen, den Workshop zu dritt zu betreuen.

 

Fotobuch STATUS
STATUS ist ein künstlerisches Fotobuch, entstanden aus den Ergebnissen des REFUGIO Fotoworkshops. Neben Portraits unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zeigt das Buch deren eigene fotografische Auseinandersetzung mit der noch weitehend fremden Umwelt. Das Buch ist fertig editiert und gestaltet.
Ziel des Projekts ist es, eine Druckauflage von 500 Stück zu realisieren.
Dieses Buch sucht noch Sponsoren!

STATUS bei Vimeo.com komplett ansehen

Projektleitung:
Max Kratzer (Fotograf und Fotodesigner B.A.)
Verena Schmidt (Pädagogin M.A.)

STATUS – Ausstellung und Podiumsdiskussion im Bayerischen Landtag

Am 13. Juni 2012 lud die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm zusammen mit der Kinderkommission des Bayerischen Landtags unter Vorsitz von Claudia Stamm zum Thema »Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge« zur Gesprächsrunde und zur Eröffnung der Fotoausstellung »STATUS« in den Senatssaal des Maximilianeums ein.

Hier geht es zur Pressemitteilung:
Bayerischer Landtag >>